Erhöhung der Sendeleistung auf 225 Watt
Version 1.0a - von Christian Seifferth, DL1AKE, KG8GS
Eine Änderung der Ausgangsleistung auf 225 Watt ist durch Austausch eines Widerstands, und Neuabgleich von 2 Einstellreglern möglich.
Für eine Ausgangsleistung größer 225 Watt (400 Watt max.) ist der Austausch der Endstufentransistoren und ein Neuabgleich von Treiber und Endstufe des LLV100 notwendig.
Beschrieben wird hier nur die Erhöhung der Sendeleistung auf 225 Watt.
Über Sinn und Nutzen einer Sendeleistungserhöhung im SEG-100D (Verdopplung von 100 auf ca.225 Watt) kann man endlos streiten. Mit dieser Sendeleistungsanpassung "wird nur ja nur eine Verbesserung von ca. 0,7 S-Stufen am S-Meter des Empfängers erreicht", aber vielleicht hilft genau dise halbe S-Stufe ein nettes QSO an der Grenze zum QRM zu Ende zu führen?
Als Ergebnis erhält man ein SEG-100D mit vier! einstellbaren Sendeleistungen von 30W, 90W, 120W und 225W.
Die Ausgangsleistung von 225 Watt ist in SSB & CW über längere Zeit getestet wurden - ohne wesentliche Erwärmung der Endstufe oder andere negative Effekte. Für RTTY oder ähnliche Betriebsarten ist die hohe Sendeleistung nicht getestet und zu empfehlen.
Die Ausgangsleistung kann mit den Standardendstufentransistoren bis auf über 300 Watt erhöht werden, allerdings wird die Endstufe dann nicht mehr linear betrieben, die Verzerrungen und Oberwellen steigen stark an. Die an meinen Exemplaren gemessene "Vernunftgrenze" liegt bei 225 Watt.
Der Betrieb mit 225 Watt über NT100 oder GW100 ist bei exaktem Abgleich des NT100/GW100 möglich. Bei Betrieb über das GW100 ist zu beachten, das die Stromaufnahme auf ca. 75 Ampere bei 12 Volt steigt.
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Bedienung:
Wenn in Leistungsstufe 1P abgestimmt wird ist die direkte Ausgangsleistung 120 Watt. Wenn folgend auf 0,3P geschaltet wird ohne neu (auf 0,3P) abzustimmen ist die Ausgangsleistung 30Watt.
Wenn in Leistungsstufe 0,3P abgestimmt wird ist die direkte Ausgangsleistung 90 Watt. Wenn folgend auf 1P geschaltet wird ohne neu abzustimmen (auf 1P) ist die Ausgangsleistung 225Watt.
Schaltungsprinzip:
Als letzter Teil des automatischen Abstimmprozesses im LLV100 wird die Senderausgangsleistung über ein Messglied erfaßt und mit einem Sollwert verglichen. Bei Abweichungen zu der nominellen Standardausgangsleistung von 30 / 100 Watt wird die Senderteiberstufe digital mit 4 bit auf annähernd 30/100Watt geregelt. 
Wird der Sollwert von 30/100 Watt verändert, sind je nach Bestückung der Endstufentransistoren höhere Ausgangsleistungen möglich:
BLW95 = 225 Watt (*)
TH416 = 235 Watt (*)
SD1729 = 235 Watt (*)
mit Austauschendstufentransistorpaar BLW96 = 320 Watt
mit Austauschendstufentransistorpaar SD1730 (SD1728, SD1731) = 400 Watt
Ein Austausch der o.g. Endstufentransistoren (z.B. SD1730) ist getestet um eine höhere Ausgangsleistung zu erhalten.
Ab einer Ausgangsleistung von ca. 300 Watt kann der GW100 ohne Modifikation nicht mehr genutzt werden.
Ab einer Ausgangsleistung von ca. 400 Watt kann das NT100 ohne Modifikation nicht mehr genutzt werden.
(*) gemessene PEP Werte ohne wesentlichen Anstieg von Oberwellen
LLV100 öffnen und Unterseite nach oben legen. Leiterplatte "Abstimmeinheit 1" lokalisieren (siehe Bild)
Die obere Leiterplatte abschrauben und die untere Leiterplatte freilegen.
R64 (300 Ohm) auslöten und durch Festwiderstand 3,9KOhm ersetzen. Alternativ, kann auch ein anstatt des originalen Widerstands
R64 ein Einstellregler 5KOhm eingelötet werden. Über den Einstellregler kann das Verhältnis der vier Sendeleistungen untereinander feiner abgeglichen werden.
Einstellregler R01 im Endstufenmodul (siehe Bild) ganz auf Linksanschlag (maximale Leistung) einstellen, und ca. 1/4 Umdrehung zurückdrehen.
Die maximale Sendeleistung wird mit dem Einstellregler R60 auf der Leiterplatte "Abstimmeinheit 1" auf 7,0 MHz auf 225 Watt an einem 50 Ohm Dummyload eingestellt. Die Sendeleistung sollte auf 2MHz und 11 MHz überprüft werden und ebenfalls bei ca. 210-230 Watt liegen.
Nun wird R01 in der Sendeendstufe so abgeglichen (drehen entgegen Uhrzeigersinn), so daß der Abstimmvorgang auf allen Frequenzen (zwischen 1,6MHz bis 14,999 MHz) s
auber durchlaufen wird, Abstimmung an einem 50 Ohm Dummyload.
Der Abstimmvorgang sollte nachfolgend an einer realen Antenne (mit einem SWR schlechter als 2,0) überprüft werden.
LLV100 wider zusammenschrauben.
Umbau NT100 und GW100 (225 Watt):
NT100 aufschrauben und die Spannungen U3 & U4 exakt einstellen. U3 & U4 bei 0,3P auf 22 Volt einstellen, U3 & U4 bei 1P auf 28 Volt einstellen.
Die automatische Strombegrenzung auf 6,5 Ampere wenn möglich mit Hilfe eines Dummywiderstands exakt einstellen.
GW100 aufschrauben und die Spannungen U3 & U4 exakt einstellen. U3 & U4 bei 0,3P auf 22 Volt einstellen, U3 & U4 bei 1P auf 28 Volt einstellen.
Die automatische Strombegrenzung auf 6,5 Ampere wenn möglich mit Hilfe eines Dummywiderstands exakt einstellen.