Steuerung des AAG100 ohne SEG-100D
Version 1.0d - von Christian Seifferth, DL1AKE, KG8GS (Ursprungs-Schaltung: Y24SO)
Das AAG100 dient zur Anpassung von Antennen mit einem VSWR > 3 am LLV100. Mit dem AAG100 können nahezu alle unsymmetrischen antennenartigen Gebilde wie Langdrahtantennen, Balkonantennen, Stabantennen ect. im Frequenzbereich von 1,0 bis 30 MHz angepaßt werden. Die Steuerung des AAG100 erfolgt normalerweise im Zusammenspiel mit einem SEG-100D; im Bereich 1,6 MHz bis 11,999 Mhz durch die Ablaufsteuerung des LLV100.
Beschrieben wird in dem Beitrag eine externe Steuereinheit um das AAG100 ohne LLV100 an beliebigen Funkgeräten betreiben zu können. Die vorgestellte Schaltung basiert auf dem Konzept von Y24SO, beschrieben in der CQ-DL 09/1991. Die Originale Schaltung von Y24SO wurde modifiziert und in einigen Punkten erweitert. Das AAG100 muß für das Zusammenspiel mit dem neuen Steuergerät nicht modifiziert werden.
Das AAG100 ist entsprechend Erzeugnisunterlage für eine Leistung von 120 Watt vorgesehen. Viele OM's berichten von einem jahrelangen problemlosen Einsatz des AAG100 an Langdrahtantennen mit Leistungen bis zu 1500 Watt SSB. Auch ich habe ein AAG100 mit einer Leistung von 1000W SSB/CW (IC-PW1) über einen Zeitraum von mehreren Wochen an einer Langdrahtantenne und Balkonstabantenne getestet. Trotz der Steuerleistung von bis zu 1200 Watt ist es zu keiner Beeinträchtigung des AAG100 gekommen, auch die Temperatur im inneren des AAG100 blieben normal.
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60 Minuten Dauertest des AAG100 mit 1,1kW Ausgangsleistung einer IC-PW1
über dem SWR Meter von Daiwa befindet sich die Anpaßsteuereinheit des AAG100:
Erweiterungen und Änderungen an der AAG100 Steuergerätschaltung im Vergleich zu der Veröffentlichung in der CQ-DL 09/1991:
Das AAG100 muß für das Zusammenspiel mit der neuen Steuereinheit nicht umgebaut werden.
Aufbau des AAG100 - geschlossen und Innenleben:
Allgemeine Hinweise:
Die Stromaufnahme des AAG100 während der Abstimmung beträgt ca. 1,8A, in Ruhe ist die Stromaufnahme ca. 0,6A.
Bei größeren Ausgangsleistungen sollte man insbesondere im 160m / 80m Band bei kurzen Antennen die Temperatur des AAG100 überwachen.
Die Antennenkapazitäten sind für Spannungen bis 4,2KV ausgelegt, sollten also bei elektrischen Antennenlängen > 12 Meter eine ausreichende Spannungsfestigkeit bis 1KW besitzen. Bei elektrischen Antennenlängen kleiner 10m, sollte die Sendeleistung ca. 500W nicht überschreiten, da Überschläge in den Kondensatoren auftreten können.
Beim Abstimmen sollte die Sendeleistung unbedingt auf ca. 10 Watt herabgeregelt werde. Erst nach erfolgter Abstimmung darf die Sendeleistung auf 1kW erhöht werden.
Die Steuerung des TRX erfolgt durch Schaltung des TRX Steuereingangs nach Masse. Im Ruhezustand liegt der Steuerausgang auf +5V. Es sollte unbedingt das TRX Manual zu Hilfe gezogen werden, um zu überprüfen ob die Steuercharakteristik der des TRX entspricht. Getestet wurde die TRX Steuerung an einem IC756PROIII und Yaesu FT-957.
Das AAG100 muß unbedingt geerdet werden, ansonsten treten gefährliche Spannungen am AAG100 Gehäuse auf, bzw. können Mantelwellen entstehen.
Voraussetzungen:
Alle Bauelemente für die Steuereinheit siehe Bauelementeliste sollten vorhanden, und soweit sinnvoll geprüft sein. Zusätzlich ist zu empfehlen, Schaltkreisfassungen und
Steckerleisten für alle Anschlüsse zu verwenden.
Aufbau externe Steuereinheit AAG100:
Aufbauvorschläge:
Für den bisherigen Aufbau wurden der Einfachheit halber immer Lochrasterleiterplatten gewählt. Insbesondere Aufgrund der wenigen Bauteile erscheint die Herstellung einer speziellen Leiterplatte etwas viel Aufwand.
Alle Schnittstellenkabel werden über kleine Steckerleisten geführt. Damit wird ein Service bei Ein- und Ausbau bzw. Reparatur erheblich erleichtert.
Zum Verkabeln der Lochrasterleiterplatte wurde dünner Schaltdraht (0,2 mm) verwendet.
Für die Verbindung zwischen AAG100 und Steuergerät ist ein 12pol Kabel notwendig. Eine Abschirmung des Kabels ist nicht notwendig.
Im Stecker des AAG100 sind einige Brücken, siehe Schaltplan, zu löten.
Bedienung:
Nach dem Zuschalten der Betriebsspannung wird im AAG100 zwar ein definierter Ausgangszustand hergestellt, allerdings wird die Antenne nicht direkt mit dem Ausgang des AAG100 verbunden, ohne das Kondensatoren oder Induktivitäten zwischengeschaltet werden. Für RX kann dieser Zustand durch den Taster T2 hergestellt werden.
Am Bandschalter ist das gewünschte Amateurfunkband einzustellen. Der Bandschalter gibt dem AAG100 eine definierte Startposition der Induktivitäten vor, ist also für RX ohne Relevanz. Je nach Art der Antenne ist es ggf. notwendig den Schalter in die Stellung für das benachbarte Frequenzband zu schalten.
Der Abstimmvorgang wird mit geringer Dauerleistung des TRX (ca. 5-10 Watt) gestartet. Die geringe Leistung ist zu empfehlen um die Relaiskontakte der Abstimmelemente zu schonen. Im originalen Zusammenspiel zwischen AAG100 und LLV100 werden die Relais übrigens ohne Abstimmleistung geschaltet.
Der Taster T1 startet den Abstimmvorgang des AAG100, die Abstimmzeit dauert ca. 10 Sekunden, ist damit um einiges langsamer als die Abstimmzeit im Zusammenspiel mit dem SEG-100D. Der Abstimmvorgang wird durch die LED "Abstimmvorgang" angezeigt.
Nach erfolgreicher Abstimmung signalisiert die LED "Abstimmung fertig" die erfolgreiche Abstimmung, i.d.R. mit einem SWR besser 1:1,5.
Wenn keine erfolgreiche Abstimmkombination gefunden wird, kann man am Bandschalter (je nach Antenne) das benachbarte Band einstellen und den Abstimmvorgang erneut starten um eine erfolgreiche Abstimmung zu finden.
Bei Bandwechsel ist das AAG100 mit Taster T1 neu abzustimmen, oder mit dem Taster T2 auf RX Modus zu schalten.
Erst nach erfolgreicher Abstimmung darf die Sendeleistung erhöht werden.
Die LED "Summenstörung" zeigt das Vorhandensein aller Betriebsspannungen im AAG100 an.
Die LED "Übertemperatur" zeigt ab ca. 50°C eine erhöhet Temperatur des AAG100 (nur bei senkrechter Montage) an..
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