DL7AWL-Funkpapagei: Herstellung der neuen Sprachspeicher-Module

Vorab-Hinweise:

Das geöffnete Sprach-MemoBild 1. Ausgangspunkt: Das geöffnete "neue" Sprach-Memo

Objekt unserer Begierde ist - na was wohl? - die Platine. Alle Verbindungen zur "Peripherie" einschließlich der unteren Batterieklammer (Minuskontakt) werden abgelötet sowie die mechanischen Schaltelemente entfernt, dann kann die Platine entnommen werden.

Auch die LED wird ausgelötet. Es handelt sich übrigens um eine low-current-Ausführung, die sich evtl. noch an anderer Stelle im Funkpapagei nützlich machen kann.

Alle freien Lötflächen sollten nun sorgfältig von überschüssigem Zinn befreit werden, z.B. mit Lötsauglitze.

Die ausgebaute Memo-PlatineBild 2. Zuschnitt

Die Platine wird weiter "gerupft" - nämlich etwa entlang der gezeichneten roten Linien mit einer kräftigen Schere auf das endgültige Modulformat zurecht geschnitten. Außerdem werden die Drahtbrücke (weißer Draht) und der "konventionelle" 3k3-Widerstand entfernt, ebenso der SMD-Widerstand unterhalb des ICs (gelber Kreis). Letzterer kann - optional - durch einen SMD-Widerstand von 47 k ersetzt werden, in diesem Fall entfällt der konventionelle 47k-Widerstand in Bild 5. Die zwei übrigen SMD-Bauteile, ein Kondensator und ein weiterer Widerstand, bleiben an ihrem Platz und dürfen nicht entfernt werden.
Die weiteren frei gewordenen Lötflächen sollten nun ebenfalls von überschüssigem Zinn befreit werden.

Die auf Modulgröße zurechtgeschnittene PlatineBild 3. Die Farbmarkierungen zeigen die nächsten Bearbeitungsschritte:
  • Rot: An diesen 6 Stellen müssen die vorhandenen Leiterbahnen bzw. -flächen vorsichtig entfernt werden, z.B. nach Zahnarzt-Manier mit einer hochtourigen Kleinst-Bohrmaschine (Proxxon, Dremel o.ä.) und einem winzigen Fräs- oder Schleifkopf.
  • Gelb: An diesen 5 Stellen müssen die Leiterbahnen lötfähig blank gemacht werden (grünen Lötstoplack vorsichtig abkratzen). Ich habe dazu einen Uhrmacher-Schraubendreher mit einer recht scharfkantigen Klinge entsprechender Breite benutzt.

Wer möchte (und nicht allzu knapp geschnitten hat), kann die linke untere Ecke der Platine noch etwas anschrägen.

So wird der Steckverbinder montiertBild 4. Anbringen des Steckverbinders

Wir benötigen ein Stück einreihige Pfostenleiste mit 10 Stiften. Davon werden der zweite, vierte und fünfte Stift entfernt. In der Regel lassen sie sich problemlos mit einer kleinen Elektronikzange herausziehen.

Detail zur Steckleisten-MontageFür die richtige Position beim Anlöten sollte man sich insbesondere an den beiden Lötflächen der ehemaligen LED (gelber Kreis) orientieren: Die ihnen zugedachten Pfostenstifte 5 und 6 sollen jeweils auf der linken unteren Ecke der entsprechenden Lötflächen zu liegen kommen (siehe Detail rechts). Anders ausgedrückt: Es ist diejenige Position anzustreben, bei der die Pfostenleiste möglichst wenig bis gar nicht über den rechten Platinenrand hinausragt, sich andererseits aber alle Stifte (außer 7) noch sicher und ohne Kurzschlussgefahr mit den zugehörigen Lötflächen verlöten lassen. Stift 2 darf dabei ggf. ruhig Kontakt zur linken Nachbarfläche bekommen. Stift 7 bleibt vorerst "in der Luft" und darf nirgendwo Kontakt haben.

Verschaltung des ModulsBild 5. Modulverdrahtung

Um das Sprachspeichermodul für unsere Zwecke brauchbar zu machen, müssen nun noch die hier gezeigten Drahtverbindungen sowie zwei Widerstände und zwei Si-Dioden (z.B. 1N4148) hinzugefügt werden.
Jeder Punkt bezeichnet eine Lötstelle auf der darunterliegenden Lötfläche bzw. einer freigekratzten Leiterbahn.
Bei der oberen Diode, die sinnvollerweise zuerst eingelötet wird, ist zu beachten, dass jeder Anschlussdraht an zwei Stellen anzulöten ist. Der gelb gezeichnete Alternativ-Anschlusspunkt muss verwendet werden, falls der obere wegen knappen Platinenzuschnitts nicht mehr durch eine Leiterbahn mit dem unteren verbunden ist.
Jedes Bauteil zuerst an der "stabileren" Lötstelle befestigen! Kleinflächige Lötstellen auf freigekratzten Leiterbahnen sind nicht sehr belastbar und dürfen zum Schutz vor mechanischen Spannungen erst verlötet werden, wenn sich das Bauteil bereits in der endgültigen Lage befindet und nicht mehr hin- und hergebogen wird. Hier muss außerdem besonders zügig gelötet werden, damit sich die Leiterbahn nicht ablöst. Für die Drahtverbindungen empfehle ich aus Platzgründen Kupferlackdraht (z.B. aus den Sprachmemos), da er fast nicht aufträgt.

Das steckfertige SprachspeichermodulBild 6. Voila! Das fertige Sprachspeichermodul.

So etwa müsste das steckfertige neue Sprachspeichermodul aussehen.

Übrigens, um Unsicherheiten vorzubeugen: An der gelb gekennzeichneten Stelle befindet sich tatsächlich die erforderliche Lötstelle mit der darunter liegenden Leiterbahn, auch wenn es im Bild so gut wie nicht zu sehen ist!

Das Modul ist vollständig kompatibel zu denen der ersten Generation (wie im FUNKAMATEUR beschrieben) und kann auch in Kombination mit jenen verwendet werden. Wegen des abweichenden Verhaltens einer Signalleitung wird aber eine Firmware ab Version 2.4 benötigt (ggf. updaten). Diese erkennt den Modultyp automatisch und stellt sich - separat für jeden Modulsteckplatz - darauf ein, so daß sich "nach außen" nichts ändert.


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